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Was ist Paranoid? 

 

Um den Begriff Paranoid ranken sich sehr viele Meinungen und viele Irrtümer. Im Fernsehen führt die Bezeichnung "Paranoid" eher zu Belustigungen und in so mancher Kabarett Show wird er missbräuchlich benutzt, um einen Menschen herabzuwürdigen oder deren Unfähigkeiten hervorzuheben.

Ich möchte mit diesen Irrtümern aufräumen und hier erklärten was Paranoid ist, damit auch der Laie ein richtiges Verständnis davon bekommen kann. 

Unter dem Begriff Paranoid verstehen wir eine psychische Grundeinstellung eines Menschen, der gegenüber einem Objekt seiner Umwelt sehr misstrauisch, zurückweisend gegenüber steht und selbst das Gefühl hat verletzt werden zu können.   

Das ist so eine sehr kurze Beschreibung, was unter paranoid verstanden werden kann.  

Ein paranoider Zustand wird oft begleitet von einer gewissen Ängstlichkeit, die der Betroffene in sich trägt. Ist diese Angst vorhanden, so werden alle Eindrücke misstrauisch oder ablehnend interpretiert. 

Wir wollen hierbei unterscheiden zwischen natürlicher gesunder Ängstlichkeit und krankhafter Paranoidität:  


Eine bestehende Ängstlichkeit ist ganz natürlich: 

Wenn ein Mensch misstrauisch ist und seine Umwelt kritisch betrachtet, so ist dies zunächst eine natürliche Grundeinstellung, welche beschützende Funktionen erfüllt. Beschützende Funktionen für das Selbst und die eigenen sozialen Beziehungen, die ein Mensch auch hart. So kann ein misstrauisches Bewerten eines klingelnden Staubsaugervertreters an der Haustür sehr nützlich sein, um diesen abzuwehren, weil er ja etwas verkaufen möchte.   

"Etwas passiert hier, was gegen mich oder meine Familie gerichtet ist und ich muss mich dagegen wehren! Und alles, was ich zu einem bestimmten Thema oder Objekt wahrnehme bedroht mich also." 

Folge: Eins paranoides Geschehen ist also oft auch mit dem Gefühl der Angst begleitet! 

Hierbei ist ein Objekt vorhanden, was tatsächlich nicht erwünscht ist und abgewehrt werden soll!  Durch die Abwehr tritt ein befriedigendes Erlebnis ein, etwas richtig gemacht zu haben. 

Wir sehen also, dass eine gewisse Ängstlichkeit in uns vorhanden ist und eine Schutzfunktion erfüllt. Und solange diese Schutzfunktion erfolgreich ist, solange ist es normal und sogar gesund!  


Paranoide Persönlichkeit: 

Bei dieser Form etabliert sich in der Persönlichkeit des Betroffenen eine grundlegende Form der Paranoidität. Eine Persönlichkeit bildet sich durch die Menschwerdung. Die Erfahrungen in dieser Menschwerdung sind hier ausschlaggebend. Hierbei kommt der Erziehung des Betroffenen eine besondere Bedeutung zu. Die Frage ist zu stellen: "Wurde ich besonders im Schuldgedanken erzogen? Wurde ich so erzogen, dass ich Ängstlich gemacht wurde, wegen der Konsequenzen? Wurden mir immer Vorwürfe gemacht? Meistens haben die Eltern, oder die Erziehungspersonen, dafür gesorgt, dass sich eine misstrauisches Antwortverhalten entwickelt hat. Wenn ich ein Kind ständig emotional überfahre und ihm seine Schuld vorwerfe und es so erziehen würde, so entwickelt es Angst beim Lernen und bei dem Aufnehmen neuer Eindrücke! 

Alles, was wahrgenommen wird, wird Misstrauisch bewertet und der Betroffene führt eine innere Brille des Misstrauens mit sich. Der Betroffene ist empfindlich gegenüber Zurückweisungen und Kränkungen. Die Umfeld wird als Feindselig erlebt und bewertet. 

Solche Entwicklungen können eine paranoide Persönlichkeit begünstigen und festigen! 


Paranoide Störung gegenüber eines Themas oder Objektes: 

Eine paranoide Störung ist eine gestörte tiefgreifendere Grundeinstellung des betroffenen Menschen zu einem Thema oder Objekt!  Diese etabliert sich aber nur dann, wenn schlechte Erfahrungen damit gemacht wurden.  

Aufgrund einer großen Angst wird die Umwelt nun mit einer viel größeren misstrauischen Grundeinstellung wahrgenommen und förmlich abgetastet. Sobald der Betroffene über ein bestimmtes Objekt oder Thema nachdenkt, kommen sehr starke automatische Gedanken des Misstrauens der Abwehr auf. Der Betroffene reagiert sehr emotional und impulsiv abwehrend.  

Beispielsweise kann Eifersucht einen schweren paranoiden Schub auslösen. Oder, wenn man sich über seinen Exarbeitgeber unterhält, können paranoide Züge auftreten, weil dieses Thema durchaus bedrohlich einmal war. Es kehrt in Erinnerungen wieder und die Angst ist wieder da. 

Eine Störung ist dann vorhanden. wenn der Betroffene sich nicht mehr objektiv geben kann.  Diese Störung jedoch führt nicht zu Beeinträchtigungen der Alltagskompetenz oder zu dem Verlust von sozialen Beziehungen, da der auslösende Faktor nur ein bestimmtes Objekt oder  Thema betrifft. 

Besonders schlimm können paranoide Zustände wegen Mobbings werden. Das Mobbingopfer verliert seine objektive Auseinandersetzungsfähigkeit mit diesem bestimmten Thema und er leidet sehr lange unter diesem Sachverhalt. Hier sollte eine Psychotherapie angegangen werden, damit keine dauerhaften Probleme sich manifestieren können. 

Beispiel 1: Ein Arbeiter der Mobbingopfer war, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an seiner neuen Arbeitsstelle auffallen, weil er Probleme hat sich in die neuen Unternehmenskultur objektiv einzulassen. Die ankommenden Informationen werden auch hier misstrauisch angenommen.  

Beispiel 2: Ein Schüler kann dauerhafte Schulprobleme bekommen, wenn er Mobbingopfer vorher war. In jeder neuen Schulklasse wird er die ankommenden Reize als Feindselig interpretieren und auffallen. Gerade bei Mitschülern.   

Eine Psychotherapie kann sich damit beschäftigen, die Ereignismuster und das Erfahrene, was zu paranoiden Verhalten führt, aufzuarbeiten und emotional neu zu bewerten. Ich rate dringend in solchen Fällen sich professionelle Hilfe zu holen!  


Krankhafte generalisierte Paranoidität: 

Bei dieser Form des paranoiden Geschehens verbleibt es nicht bei einem Thema, wenn paranoide Züge auftreten. Hier gibt es zwar ein Schlüsselthema, aber die paranoiden Zustände vergeneralisieren sich auf alle Themen die es gibt. Dem Betroffenen fällt es wirklich schwer generell noch objektiv zu sein und sein Leiden mit dieser generalisierten Problematik ist sehr groß. In der Regel sind diese Menschen nicht arbeitsfähig und haben große Probleme mit ihren sozialen Beziehungen und ihrer Alltagskompetenz. 

Eine Psychotherapie ist hier nicht vorrangig. Die Behandlung muss durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erfolgen. 


Krankhaftes Wahnerleben und Paranoidität: : 

Ein solches psychiatrisches krankhaftes Erleben erfolgt meist spontan und ohne einen objektiv vorliegenden Grund.  Das Innenleben des Betroffenen tritt auf und zeigt Emotionen und Bilder. Der Betroffene erlebt aus seinem Gedächtnis bestimmt Inhalte, die zu einem wahnhaften Erleben und Verhalten führen. Unmittelbar generieren sich paranoides Interpretationen und begleitet mit dem Gefühlen der starken Angst. Meist gefolgt vom Verfolgungswahn. So können beispielsweise einige Wortfetzen einer Unterhaltung von Passanten als: " Die sprechen schlecht gegen mich!" interpretiert  werden. Oder: Nur ein Blick einer fremden Person kann den Gedanken auslösen: "Die Person hat etwas gegen mich!" 

Meist treten solche Ereignisse auch mit der Schizophrenie auf, welches eine tiefgreifende Ich Störung ist. Zu der Schizophrenie werde ich mich zu einem gesonderten Thema noch einmal mehr auseinandersetzen.  

Eine Psychotherapie ist hier nicht vorrangig. Die Behandlung muss durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erfolgen. 


Entstehung einer Paranoidität: 

Nun haben wir verschiedene Abstufungen der Paranoidität kennengelernt. Wie aber kommt es zu paranoiden Zuständen? Was verursachen sie?  

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass die krankhafte Paranoidität kein Ergebnis aus der Mutter Natur ist! Niemals entwickelt sich eine krankhafte Paranoidität, weil jemand genetisch vorbelastet ist. Wer immer ihnen das versucht einzureden, es liege an den Genen, der macht es sich zu einfach!  

Die Paranoidität entsteht immer aus den sozialen Entwicklungen und Ereignissen zwischen Menschen heraus! 

Dort, wo ein Klient eine paranoide Erscheinung hat, steht sein Ursprung! Das Thema ist wichtig, wenn gesagt wird: 

 "Ich habe es, weil es damals sich so unter diesem bestimmten Ereignis oder der sozialen Entwickelt bereitet hat!  

Eine paranoides Verhalten ist immer und in jedem Fall ein erlerntes Muster. 

Wird ein Mensch gemobbt oder gequält oder Benachteiligt oder familiär ausgegrenzt oder ihm werden seelische Schmerzen aus irgend einem Grund zugefügt, so kann sich eine Paranoidität daraus entwickeln! Es ist ein traumatisches Antwortverhalten auf Ereignisse die gewesen sind! 

Wenn ein solches Geschehen und die Anzeichen unbehandelt bleiben, so können sich daraus psychiatrische Krankheitsbilder entwickeln. Können aber müssen nicht! 

Bei geistig behinderten Menschen ist eine Ausbildung einer Paranoidität auch möglich, wenn bestimmte Faktoren der Behinderungen sie begünstigen können. 

Auch bei schweren Erkrankungen, wie die der Schizophrenie kann sich eine Kindliche Zurückweisung zu einem paranoiden Geschehen entwickeln, wenn die Schizophrenie später in der Entwicklung auftritt!  Wenn ein Kind von Eltern  zurückgewiesen wird, so kann es sich nicht öffnen und entfalten. Ein generalisiertes Misstrauen gegenüber der Umwelt in allen Belangen kann sich auftun und die weitere Entwicklung beeinträchtigen. 


In der Psychotherapie geht es darum einen realen Beurteilungsprozess zu finden, damit Inhalte nicht mehr mit der Brille des Misstrauens gesehen werden. Und das geht auch nur dann, wenn der therapeutische Prozess nicht als misstrauisch angesehen wird.  

 

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