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Handys und Sucht


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Solange das Smartphone als Werkzeug genutzt wird, so lange sind seine Eigenschaften und Möglichkeiten interessant und auch zu befürworten. Wenn jedoch ein Smartphone im eigentlichen Sinne eher schlechte Auswirkungen auf das menschliche Dasein hat, dann müssen wir den Nutzen hinterfragen. Tatsächlich gibt es auch einen Nutzen dieses Mediums, der das menschliche Dasein sehr beeinträchtigt und auch schaden kann. Die Grenzen zwischen nützlichem und schädlichen fließen hier ineinander. 


Was passiert da im Kopf? 

Nun, der Betroffene lernt schon sehr früh als Kind die Nutzung eines Smartphones. Somit wird der Umgang in die Bedürfnishierarchie der eigenen Psyche aufgenommen! Es wird als Bestandteil des Lebens akzeptiert. Die Inhalte eines Smartphones sind immer Verfügbar, während ein Freund nicht immer verfügbar ist. So entnimmt der Betroffenen stetig und zu jeder Zeit Informationen aus ihrem Smartphone und dadurch wird sein Weltbild deutlich beeinflusst. Derjenige, der ständig verfügbar ist, wird auch ständig bevorzugt. Freunde, sie nur einmal die Woche Zeit haben, werden somit nicht als so wertvoll eingestuft. Und so isoliert sich der Smartphonesüchtige von der realen Welt und bevorzugt das elektronische Medium. 

Auch die Kommunikation ist zu beachten. Die Kommunikation mit Freunden und Bekannten beruht auf Körpersprache und Mimik und dem gesprochenen Wort. Die Kommunikation mit dem Smartphone verläuft meistens nur per Tastatur und den Sprachaufzeichnungen. Somit wird die Anwendung von Körpersprache vernachlässigt. Das kann zu einem echten Kommunikationsproblem heranwachsen, wenn der Smartphonenutzer nicht mehr ganzheitlich kommunizieren kann. 

Zum anderen gibt es auch einmal unangenehme Dinge im Leben zu bearbeiten, wie Menschen die verärgert sind oder wütend sich äußern. Das ist unangenehm. Smartphonenutzer suchen sich nur positive Inhalte in ihrer Virtualität heraus. Und genau hier ist der Suchtfaktor begraben. Wo nur Positives sich herausgepickt werden kann, verbleibt man gerne. Wenn es aber einmal unangenehm wird, so wird es schwierig. Wir brauchen aber auch unangenehme Dinge, um lernen zu können. 


Wann wird die Nutzung des Handys zur Sucht? 

1. Wenn die ständige Bereitschaft existiert das Handy bei sich haben zu müssen! 

Tatsächlich gibt es Menschen, die nur noch in der Bereitschaft befinden, es könnte eine Email ankommen, oder jemand hat im sozialen Netzwerk etwas geschrieben usw,.... Sobald das Handy dann anfängt zu blinken oder zu Piepsen, muss es rausgeholt werden und es muss nachgesehen werden. Sogar beim Weihnachtsessen in der Familie kommt es vor! 

2. Wenn auch nachts das Handy am Bett liegt und die Unfähigkeit vorliegt es auszuschalten! 

Sobald nachts das Handy ein Geräusch von sich gibt wird aufgewacht und man muss nachsehen, wer das was geschrieben hat. Tatsächlich, so etwas gibt es! Sogar im Schlaf ist man also in Bereitschaft. Dadurch wird der Schlaf gestört. 

3. Wenn der Betroffene viele Stunden am Tag mit dem Smartphone verbringt und dies zu Lasten der eigenen Körperpflege und der häuslichen Pflichten. 

Tatsächlich gibt es die Extremnutzer. Sie verbringen fast jede freie Minuten mit dem Smartphone. Sie schalten von einem App hin und her und schauen nach, ob es etwas neues gibt. Dabei werden die einfachen Dinge des täglichen Lebens vernachlässigt, wie einkaufen gehen, oder gar die häuslichen Aufgaben wie Putzen und Reinigen. Ja, sogar die eigene Körperpflege tritt bei diesen Nutzern in den Hintergrund! Vieles, was man zum Leben braucht wird einfach nicht mehr gemacht, wie beispielsweise Rechnungen bezahlen, Bankgeschäfte und Behördengänge erledigen oder sonstige Angelegenheiten sind nicht mehr möglich.

In schwierigen Fällen werden sogar richterliche Betreuer mit der Regelung dieser Aufgaben betraut. Die Sucht jedoch ist wegen mangelnder Krankheitseinsicht und fehlender Therapieplätze nicht behandelbar! 

4. Wenn die Aufmerksamkeit nur noch auf dem Smartphone liegt und familiäre Beziehungen und Freundschaften sowie berufliche Belange deutlich vernachlässigt werden.  

Die Sucht kann soweit, gehen, dass sogar der familiäre Rückzug droht. Beziehungen zerbrechen und Ehen werden so gefährdet. Familienfeiern werden vernachlässigt oder Feiertage, an denen man sich trifft. Sogar der eigene Geburtstag wird vernachlässigt!  Das ganze kann sogar soweit gehen, die eigenen beruflichen Pflichten nicht mehr wahrnehmen zu wollen und so entstehen bei Jugendlichen Entwicklungsverzögerungen und berufliche Entwicklungen werden vernachlässigt. Ja es gibt sogar Kündigungen, weil der Arbeiter wegen der Handysucht nicht mehr an der Arbeit erscheint. Und tatsächlich ist dieser Umstand schon zu einem gesellschaftlichen sehr teurem Problem geworden! 

> 30% aller Smartphonenutzer verbringen tatsächlich zwischen 5 und 12 Stunden am Tag miteinander. 

> 80% aller 12 Jährigen besitzen ein Smartphone! 

5. Wenn der Betroffene sich selbst wegen des Smartphones gefährdet! 

In der Presse in Hofgeismar war 2018 zu lesen, dass jeder 3. Fußgänger, der über den Zebrastreifen ging dabei auf das Smartphone sah und darauf herumtippte. Dabei soll es sogar schon gefährliche Szenen gegeben haben. 

Autofahrer sehen auf das Smartphone und sie verursachen so Unfälle. 

Man konnte sogar in der Presse lesen, dass Smartphone Nutzer beim Selfie in den Tod gestürzt sind. 

6. Wenn der Betroffene sein ganzes Einkommen für elektronische Medien ausgibt! 

In der Tat kann man bei Betroffenen sehr skurrile Situationen vorfinden. Jedes verfügbare Einkommen wird für die Nutzung und Bereitstellung und den Konsum elektronischer Medien ausgegeben. Sie sehen hierbei eine vollkommen verwahrloste heimische Umgebung, aber die neuesten LED TVs, Computer und die besten Smartphones sind gekauft worden. Zudem gibt es etliche Internetverträge mit Pay-TV und Handyverträgen, die monatliche vom Konto herunter gehen. Für neue Möbel oder gar Kleidung wird kein Geld ausgegeben. 


Fazit: 

Handysucht ist heute ein ernst zunehmendes Thema. Wer daran leidet, dem muss es noch nicht mal bewusst sein, denn diese Sucht basiert auf Verhalten, was man erlernt hat und viele die daran leiden haben keine Krankheitseinsicht. Das Umfeld jedoch leidet sehr und weis oft nicht was es machen soll. Der Staat muss heute viele Millionen Euro Sozialleistungen monatlich zum Unterhalt von bedürftigen Betroffenen zahlen, weil sie unter einer unerkannten Handysucht leiden und sozial abgestiegen sind. Die Dunkelziffer ist sehr hoch!  

In ganz Deutschland gibt es nur eine handvoll Kliniken die jetzt erst einmal anfangen sich mit dieser neuen Form der verhaltensbasierten elektronischen Sucht auseinanderzusetzen. 

Therapieplätze gibt es so gut wie keine, denn kaum ein Therapeut weis damit umzugehen. Man ist der einhelligen Meinung, es sei ein psychiatrisches Problem, was nur in einer Klinik behandelt werden kann. Dabei ist es nicht möglich jemanden süchtigen das Smartphone wegzunehmen, weil jeder ein Anrecht auf freien Zugang zu Medien hat. 

Und auch in der Psychiatrie ist man oft überfordert, weil die Handysüchtigen Patienten sich schlecht behandeln lassen. Ihnen fehlt schlichtweg die Krankheitseinsicht!  

Wer immer sich hier behandeln lassen möchte, der muss eine Krankheitseinsicht haben und er muss es selbst auch wollen.

In meiner Praxis kann eine Behandlung auf verhaltenstherapeutischer Sicht erfolgen. Der Ausstieg aus der Handysucht kann nur schrittweise erfolgen. Mit Verminderung der Smartphonenutzung auf ein reales Maß. 


Sprechen Sie mich an! Ich berate Sie gerne. 



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