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Soziale Kontakte


Der Aufbau und die Pflege von Sozialkontakten ist für uns Menschen von großer Bedeutung. Unser psychischen Wohlbefinden wird sehr davon beeinflusst. 

Der Mensch durchläuft in seinem Leben mehrere Stadien seiner Entwicklung, bei der er verschiedene eigenen Rollen wahrnimmt. In diesen Stadien wechseln Bezugspersonen und Bedürfnisse stark. 


Stadien

Bezugspersonen und Soziale Kontakte

Eigene Rolle

Stadium 1: (0 - 2 Jahre)

Säugling

Eltern 

Bedürftig und abhängig von anderen. 

Stadium 2: (3 - 6 Jahre) 

Kleinkind

Eltern, Großfamilie, Kindergarten. 

Bedürftig und abhängig von anderen. Bedingt Selbstständig. 

Stadium 3: (7 - 11 Jahre) 

Kind

Eltern, Großfamilie, Bruder, Schwester, Cousine, Vorschule, Schule, Freunde 

Bedingt Selbstständig, Schüler, Vereinsmitglied, Jugendgruppen.

Stadium 4: ( 11 -17 Jahre) 

Jugendlicher / Pubertät

Peer Groups, Gleichaltrige, Interesse am anderen Geschlecht, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Vereine,  Freunde 

Entwicklung eigener Interessen, Streben nach Unabhängigkeit, Grenzen testen.  

Stadium 5: (18 - 65 Jahre) 

Erwachsener 

Lebenspartner, Gleichaltrige, eigene Kinder, Eltern, Freunde, Arbeitskollegen, Vereine, 

Selbstständig in allen Belangen. 

Stadium 6: (65 bis Ende) 

Rentner

Gleichaltrige, Eigene Kinder, Freunde, Vereine, Ehrenämter. 

Selbstständig und zunehmend Eingeschränkt. Im hohen Alter Hilfebedürftig.  

Lernen und Sozialkontakte: 

Soziale Kontakte sind sehr wichtig, um Lernen zu können. Das klassische Modell der Konditionierungen beinhaltet lernendes Verhalten aufgrund sozialer Ereignisse. Habe ich Erfolg mit einer Handlung und wird diese Belohnt, so kann dieses Verhalten in das bestehende integriert werden. Wird ein Verhalten bestraft oder fehlt die Belohnung oder eine positive Rückmeldung dazu, so ist die Wahrscheinlichkeit der Weiterführung dieses Verhaltens gering. Und diese Prozesse laufen in der Erziehung und im sozialen Miteinander zwischen den Menschen in allen Altersklassen ab. 

Als Kind fällt die Erziehung den Eltern zu, welche das Kind auf die Umwelt vorbereiten. In der Schule und als Jugendliche machen die jungen Menschen Erfahrungen mit Gleichaltrigen oder Autoritätspersonen, wie Lehrer. Aber auch Vorbilder werden hier wichtig. 

In der Pubertät wollen die jungen Menschen Ihre Grenzen erfahren und Konsequenzen ihres Verhaltens können Folgen haben. Diese oftmals schwierigen Zeiten enthalten auch Konflikte mit sich und der eigenen Umwelt.  

Nach dem Lernmodell nach Bandura lernen Menschen durch Nachahmungen. Sieht ein Kind einen Freund beim Gitarren Spielen, so will es das auch können und es ahmt das Verhalten des Freundes nach. Ein Kleinkind sieht im Sandkasten ein anderes beim Formen einer Sandburg, so ahmt es das Verhalten nach und verwirklicht es. Wenn es Erfolg hat, so ist ein neues Verhalten erlernt. Ein Jugendlicher sieht einen Freund dabei Mofa zu fahren und schon will es nachgeahmt werden. Es wird geübt und ein Mofa Führerschein wird gemacht. Ein Erwachsener sieht als Krankenpfleger den Pflegedienstleiter bei seiner Arbeit und er möchte es ihm gleich tun. Er überlegt, wie er dazu kommen kann und plant konsequent nach und nach Schritte, die zu einer Pflegedienstleiterausbildung führen können. Später wird er die Rolle auch dazu übernehmen. 

Wichtig dabei ist auch das Rollenverständnis. Ob der Nachahmende sich in der Rolle des Vorspielers wiederfinden kann und es gleich tun möchte. Die eigene Identifikation mit der Rolle ist sehr wichtig. 

Als Erwachsener tritt das Lernverhalten nach Köhler: "Lernen durch Einsicht" in den Vordergrund. Hierbei existieren bereits viele Erfahrungen und Probleme werden durch Einsichtsprozesse gelöst. Regeln in der Gesellschaft führen zu regelhaften Verhalten mit Einsichten.   

Das stetige soziale Miteinander ist sehr wichtig um im Leben lernen zu können. Und dies in allen Altersklassen. 

In der Psychotherapie ist das erlernte Selbst ein großes Thema. Was habe ich gelernt und wie setze ich es um? Gibt es Defizite und wie kann ich umlernen?  


Soziale Kontakte und die Rolle: 

Wie wir oben gesehen haben können wir aus der Tabelle verschiedene Lebensstadien eines Menschen entnehmen. Wir Menschen durchlaufen also in unserem Leben verschiedene Stadien, wo wir ganz verschiedene Rollen übernehmen werden und können. Als Säugling sind wir Hilflos und auf die Hilfe der nahen Bezugspersonen (Eltern) angewiesen. Als Kleinkind bauen wir uns eine innere Landkarte vom Leben auf und erforschen unsere Umgebung. Die Familienmitglieder Oma, Opas, und andere Verwandte Familien sind im Alltag integriert. Und jeder hat innerhalb der Familie eine eigene Rolle. 

Wir fangen als Kleinkind an zu sprechen und sind dennoch Hilfebedürftig. Später im Kindergarten werden Gleichaltrige zu Freunden und zu sozialen Kontaktpartnern. Kinder kommen ab 7 Jahren in die Schule und lernen andere Gleichaltrige kennen und werden mit Wissen versorgt. Lehrer und andere Kinder werden für die Interessen und den sozialen Austausch wichtig. Vielleicht kommt der junge Mensch schon mit Sportvereinen oder Mitgliedschaften in anderen Interessengruppen in Kontakt. 

Als Jugendlicher beginnt die Rebellion und das Interesse an einem Lebenspartner. Erste Erfahrungen mit der Liebe finden statt und diese Zeit der Metamorphose des eigenen Körpers ist meist nicht einfach. Aber hier verändern sich deutlich die Sozialkontakte 

Als Erwachsener hört die Bedürftigkeit eines Kindes natürlich auf und man ist selbst ein tragendes Mitglied der Gesellschaft mit allen Rechten und Pflichten. Ausbildung, Arbeit und das Sorgen für den eigenen Alltag bringen ganz andere soziale Begebenheiten mit sich. Der Berufsalltag und der Austausch mit Arbeitskollegen, Freunden und Bekannten sowie der Familie sind gefüllt mit sozialen Ereignissen und Kontakten.  

Im frühen Stadium des Lebens ist der Mensch absolut abhängig von den Eltern und hat die Rolle des Bedürftigen inne. Auch innerhalb der Familie können die Kinder verschiedene Rollen einnehmen. Die große Schwester oder die des kleinen Bruders. Als Jugendlicher beginnt man sich familiär zu lösen und man will Selbst Interessen entwickeln und geht Beziehungen mit anderen Menschen außerhalb der Familie ein. Als Erwachsener kann die Rolle in einer Lebensgemeinschaft als Mann oder Frau unterschiedliche Anforderungen und Pflichten ergeben. Wobei jede familiäre Konstellation unterschiedlich sein kann. Haben die Erwachsenen dann selbst Kinder, so müssen sie sich dann um die hilflosen Kinder kümmern und sie erziehen. Und schließlich gibt es noch die Senioren oder Omas und Opas, die in ihren sozialen Rollen für Familien wichtig sind. 

Soziale Kontakte und Rollen sind wichtig für die Ausbildungen der eigenen Persönlichkeit. Eine Rolle erfüllen zu können bedeutet sich einfügen zu können in Lebensgemeinschaften. 

In der Psychotherapie wird ein großes Augenmerk auf die Entwicklungen der Rollen gelegt und wie sie entstanden sind und welche Konflikte es herzu gibt.  

 

Soziale Kontakte gestalten: 

Soziale Kontakte kann man selbst gestalten. Man muss Interesse zeigen und als Jugendlicher oder Erwachsener sich entweder mit der eigenen Familie oder Interessengruppen auseinandersetzen. Dazu gehört das regelmäßig Kontaktieren dieser beiden Gruppen und das Pflegen von Beziehungen. Außerhalb der Familiären Beziehungen gibt es meist Sportvereine oder Veranstaltungen, bei denen man sich treffen kann. Für Senioren gibt es spezielle Angeboten der Gemeinde oder der Wohlfahrtsverbände. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Möglichkeiten sich mit Freunden oder bekannten treffen zu können.  

Wird ein Ziel in der Psychotherapie sein soziale Kontakte zu intensivieren, so kann dies im Rahmen eines Therapieplanes angesetzt werden. 


Sozialkontakte und Soziale Medien: 

Sozialkontakte in sozialen Medien bergen die Gefahr, dass man tatsächlich sich nur noch mit diesen Medien auseinandersetzt. Es werden Blockbeiträge geschrieben und Texte und Sprachnachrichten hin und her geschickt. Dabei wir meist die Körpersprache in der Kommunikation nicht mit berücksichtigt, die doch für den Austausch sehr wichtig ist. Man sieht sich also nicht mehr, sondern man Simst und schreibt sich nur noch. Für einfache Kommunikationen mögen diese Plattformen ausreichen, aber nicht für soziale Beziehungen. 

Für einsame Menschen mögen solche Medien eine kleine Tür nach außen öffnen, doch auch hier besteht die Gefahr nur noch damit zu kommunizieren. 

Soziales Miteinander ist "Lernen," + "Bewegung," und für die "Gesundheit" gut. Soziale Medien jedoch vermögen dies nicht zu leisten.   


Einsamkeit macht krank: 

Wenn soziale Kontakte abbrechen, weil die Entfernungen zu groß sind oder sich Konflikte in den Familien ergeben haben, so ist der Betroffene in der Tat auch sehr alleine. Es kann auch sein, dass aufgrund einer Erkrankung man selbst die eigene Wohnung nicht verlassen kann, um zu anderen Menschen zu gelangen. Auch können psychiatrische Erkrankungen einsam machen, weil viele sich damit nicht auseinandersetzen möchten oder Angst davor haben.  Diese Umstände sind meist sehr schwierig, denn Einsamkeit ist für viele sehr schmerzhaft. Einsamkeit kann zu körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen führen. An erster Stelle ist hier die Depression zu nennen. Wenn ein Mensch tagelang in seiner Wohnung ist und niemand kommt zu Besuch, so wird der Mensch nicht gefordert und es kann sich eine Art Deprivation und Lethargie bis hin zu einer Depression entwickeln. Wir sind Menschen, die Aufgaben und Rollen haben wollen. Darin gehen wir auf und wir brauchen Sie um eine eigenen Identität entfalten zu können.

Die sozialen Kontakte sind also ein Lebensbedürfnis!  

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